Errico Malatesta - Anarchismus und GewaltIn Zeiten in der die "Propaganda der Tat" noch eine lebendige Form des anarchistischen Widerstandes war beschäftigt sich der italienische Anarchokommunist Malatesta mit der Gewaltfrage, die damals viel zu wenig diskutiert wurde.
Malatesta stellt deutlich klar, dass Gewalt das genaue Gegenteil der anarchistischen Utopie bedeutet, nämlich Herrschaft. Allerdings sollten die Anarchisten sich deshalb in gewalttätigen Zeiten nicht das Recht auf Selbstverteidigung nehmen lassen. Die Gewalt wird den Anarchisten durch Angriffe auf elementare Rechte und die persönliche Freiheit aufgezwungen und ist daher keine anarchistische Tat, sondern Notwehr und sollte nur im äußersten Notfall angewandt werden.
Individuelle Propagandisten der Tat sieht Malatesta sehr kritisch, auch wenn er für einen Fanatiker, der "bewusst sein Leben für die (anarchistische) Sache opfert" (S.8) ein gewisses Verständnis hat. Anders sieht es mit bloßen "Terroristen", die aufgrund von individuellen Probleme zur Gewalt greifen aus.
Heutzutage ist die Propaganda der Tat längst Geschichte. Eine Positionsbestimmung der AnarchistInnen zur Gewalt bedarf es aber dennoch, grundlegende Argumente liefert Malatesta in diesem Text.
Broschüre - A6/18 S.
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