Lotta Nr. 28Inhalt:
Lange Zeit wurden extrem rechte Frauen - auch von antifaschistischen Gruppen - nicht als eigenständige Akteurinnen wahrgenommen. Neofaschismus galt als ein Männerproblem. Ein verengter Blick auf das Gewaltphänomen im Neofaschismus bestärkte diese Sichtweise.
Eine solche Sicht auf rechte Frauen änderte sich Anfang der 90er Jahre. Damals machten BeobachterInnen der rechten Szene, oftmals feministische Antifa-Gruppen, darauf aufmerksam, dass sich immer mehr Frauen in der extremen Rechten bewegten. Zwischenzeitlich gibt es eine Reihe von wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema, und auch die Medien haben sich des Themas intensiver angenommen, wenn auch häufig sehr oberflächlich, sensationslüstern und moralisierend. Und recht häufig drängt sich der Eindruck auf, dass die vorhandenen Erkenntnisse und Analysen auch in antifaschistischen Zusammenhängen nur wenig Umsetzung in die Praxis finden.
Mit dem LOTTA-Schwerpunkt soll versucht werden, einen Überblick über das Thema "Rechte Frauen" zu geben, historisch mit Bezug auf den NS, aktuell mit Schwerpunkt auf die neonazistischen Organisationen, Szenen und Aktivistinnen, durch eine Darstellung des Wissenschaftsstandes zu Einstellungsmustern rechter Frauen sowie einem Interview über Rollen, Selbstbilder und Fremdzuschreibungen von Frauen in der extremen Rechten.
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